Care is the love?

Einige Überlegungen zu Stärken und Fallstricken der aktuellen Debatte um Care-Arbeit

Erschienen in der Dezember-Ausgabe 2014 der "Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich"

In der Dezember 2014 Ausgabe der "Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich" mit dem Thema "Arbeit am Leben - Care-Bewegung und Care-Politiken" (Heft Nr. 134) ist unser Artikel "Care is the love? Einige Überlegungen zu Stärken und Fallstricken der aktuellen Debatte um Care-Arbeit" erschienen. Leider ist er online nicht einsehbar. Aber mit einiger Wahrscheinlichkeit hat die örtliche Uni-Bibliothek ein Exemplar oder du findest eine andere Möglichkeit den Text zu lesen.

 


Gegen-Bügeln

Frankfurter Positionen zur Care-Revolution

Zuerst erschienen in der Zeitung des AStA der Uni Frankfurt (Ausgabe Herbst 2014)

Positionspapier des AK Care Frankfurt

zur Care-Revolution Aktionskonferenz in Berlin vom 14.-16.3.2014

work and discussion in progress


Vom 14. bis 16. März 2014 fand die „Aktionskonferenz Care-Revolution“ (care=engl. für Sorge(-arbeit)) in Berlin statt. Die Organisator_innen hatten zum Ziel, verschiedensten Akteur_innen und Aktivist_innen aus den Feldern sozialer Reproduktion – Gesundheit, Pflege, Assistenz, Erziehung, Bildung, Wohnen, Haushalts- und Sexarbeit – eine Plattform zum Austausch über Erfahrungshorizonte und gemeinsame Handlungsstrategien zu bieten.

Angestoßen durch einen Workshop der Antifa Kritik & Klassenkampf gemeinsam mit der feministischen philosoph_innengruppe zum Frauenkampftag am 8. März 2014 sind auch aus Frankfurt am Main Personen aus den verschiedensten politischen Zusammenhängen gemeinsam zur Aktionskonferenz gereist. Einige von uns1 wollen an dieser Stelle ihre Einschätzungen und ihre Kritik zur Diskussion stellen.


Care – what is the matter?

Was bedeutet es von 'Care' statt von Reproduktionsarbeiten zu sprechen? Mit der Verschiebung vom Begriff Reproduktion zum Begriff Care ändern sich zum einen die Tätigkeiten, die in der Debatte eine Rolle spielen, zum anderen vollzieht sich ein Perspektivenwechsel in der Bewertung bestimmter Tätigkeiten. Reproduktionsarbeit umfasst Arbeiten, die im häuslichen Kontext und vor allem von Frauen* verrichtet werden. Die mit diesem Begriff verbundenen politischen Forderungen stellen sich wie folgt dar: Tätigkeiten, die als Reproduktionsarbeiten ausgezeichnet werden können, müssen als (gleichwertige) Form von Arbeit begriffen und als solche gesellschaftlich anerkannt werden. Nicht mehr nur entlohnte Arbeit, darf als 'produktive' Arbeit begriffen werden. Beispielhaft für diese Forderung war die „Lohn für Hausarbeit“-Kampagne. Allerdings war mit der in den 1970ern angestoßenen Kampagne nicht die realpolitische Forderung eines Lohns für Hausarbeit im Sinne der so bezeichneten 'Herdprämie' gemeint, sondern das Sichtbar-machen von Hausarbeit als Arbeit. Gleichzeitig wurde von den Theoretiker_innen und Aktivist_innen der Kampagne auch die Ansicht zurückgewiesen, dass der Eintritt von Frauen* in Lohnarbeitsverhältnisse diese vom Joch der patriarchalen Familie befreien und zum Klassenkampf befähigen würde. Denn dies führe nicht zum Ende der Reproduktionsarbeit und münde in einer Doppelbelastung von Frauen*, die dann zur Reproduktionsarbeit noch zusätzlich Lohnarbeit nachgehen müssten.

Aus dieser Perspektive ist die Einsicht zentral, dass die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Produktionsweise von der von Frauen* im so genannten privaten Raum verrichteten (unentlohnten) Arbeit abhängig ist, da sie der Reproduktion der Arbeitskraft (d.h. vor allem von männlichen* Erwerbstätigen) dienen. Mit der Bezeichnung von Tätigkeiten wie Kochen, Putzen, Waschen, Kinder versorgen, Sex etc. als Reproduktionsarbeiten soll somit der Status dieser Tätigkeiten als Arbeit und ihre gesellschaftliche Rolle im Produktionsprozess sichtbar gemacht werden.

Seit den 1980ern wird die Debatte um Reproduktionsarbeit sukzessive abgelöst von einer Debatte über Care-Arbeit. Die als Reproduktionsarbeit begriffenen Tätigkeiten sollen der Nüchternheit dieses Terminus' entzogen werden, um eine spezifische 'Qualität' dieser Arbeiten (verstanden als Handlungen, die vor allem ein Subjekt-Subjekt-Verhältnis betreffen und Fürsorge, Anteilnahme usw. erfordern) hervorzuheben. Zudem geht es um eine (normative) Aufwertung: Care-Arbeit funktioniert demnach nicht nach der gleichen Produktivitäts- und Akkumulationslogik wie andere Erwerbsarbeiten und ist nicht äquivalent rationalisierbar.

Damit verschiebt sich die Rechtfertigungsperspektive: Die angestrebte Aufwertung häuslich verrichteter Arbeiten anhand der Bezeichnung als Reproduktionsarbeit hebt den 'Arbeitscharakter' und den Stellenwert dieser Arbeiten im (Re-)Produktionsprozess hervor. Die Bezeichnung als Care-Arbeit kehrt den besonderen Charakter hervor und fokussiert weniger ihre Funktion innerhalb der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Grenzen dessen, was unter Care verstanden wird, sind nicht klar umrissen, woraus auf der einen Seite eine Erweiterung des Blicks, zum Beispiel auf Selbstsorge oder Sexarbeit, aber auch eine Unschärfe hinsichtlich möglicher politischer 'Angriffspunkte' resultieren kann.

Das Aufkommen der Debatte um Care-Arbeit ist auch eine Reaktion auf den politisch-ökonomischen Prozess, dass vormals rein privatisierte Tätigkeiten im Postfordismus teilweise kommodifiziert werden. Obwohl viele Tätigkeiten längst ihren Einzug in den Lohnarbeitssektor gefunden haben, bleibt ihre Feminisierung erhalten: Sie werden gesellschaftlich nicht aufgewertet und bleiben prekär und schlecht bezahlt; innerhalb dieser abgewerteten, weiblich* konnotierten Tätigkeitsfelder schreibt sich wiederum eine vergeschlechtlichte Arbeitsteilung fest, da Führungspositionen vor allem von Männern* besetzt werden. Die Care-Debatte reagiert damit auch auf die neoliberalen Verhältnisse und vermeintlichen Emanzipationsgewinne einiger, zumeist weißer, Mittelschichtsfrauen, die nun selbst Lohnarbeitende sind, während die Arbeit in den Haushalten vielerorts an zumeist illegalisierte und/oder irregulär beschäftigte migrantische Hausarbeiter_innen ausgelagert wird.


Hiervon ausgehend stellt sich für uns die Frage, ob durch die Ablösung der Debatte um Reproduktionsarbeit zugunsten der Care-Debatte eine Konzentration auf die Bedingungen von hauptsächlich institutionalisierten und entlohnten Tätigkeiten wie die Arbeit in Alten-/Pflegeheimen, Kliniken etc. stattfindet. Weil aber die Kommodifizierung von Care-Tätigkeiten nicht mit der Auflösung patriarchaler und rassistischer Arbeitsteilung einhergeht, fürchten wir, dass die Tatsache, dass noch immer zumeist Frauen* den Haushalt schmeißen und sich für Care-Arbeiten verantwortlich fühlen (müssen), in den Hintergrund gedrängt wird respektive aus dem Blickfeld der Kritik verschwindet. Daran schließt für uns die Frage an, ob es in politischen Auseinandersetzungen folglich 'nur' um eine Verbesserung von Lohnarbeitsbedingungen geht, während den im Privaten verrichteten (meist unentlohnten) Arbeiten keine Aufmerksamkeit zukommt und diese weiterhin unsichtbar bleiben.


Deshalb haben wir uns im Vorfeld der Konferenz in Berlin vor allem gefragt:

  • wie gehen die verschiedenen Akteur*innen auf der Konferenz mit den Differenzen und Problematiken des Reproduktions- und Care-Begriffs um?

  • wo können wir (aus unserer Position) mit politischen Interventionen ansetzen?

  • Und auf welche gesellschaftlichen Veränderungen zielt die postulierte 'Care Revolution'?


Who cares?

Über 500 Menschen haben sich im März in verschiedenen Workshops ausgetauscht, vernetzt und über eine ‚Care-Revolution‘ und 'die' Krise sozialer Reproduktion diskutiert. Die Beteiligten verorteten sich dabei in einem breiten Spektrum: von Beschäftigen in Medizin, Pflege oder Sexarbeit über organisierte migrantische Haushaltsarbeiter_innen, Flüchtlingsfrauen* und Projekten mit Personen mit Beeinträchtigungen, aufgrund derer sie behindert werden, bis zu linksradikalen, antifaschistischen, queer-feministischen und gewerkschaftlichen sowie Recht auf Stadt-Aktivist_innen. Als erstes gemeinsames Statement des Netzwerks wurde eine auf der Konferenz selbst nicht unumstrittene2 Resolution verabschiedet, in der einige zentrale Diskussionspunkte aus den Workshops zusammengeführt wurden.

Vor allem in den einzelnen thematischen Workshops wurde für uns deutlich, dass die Aneignungen des Care-Begriffs und die damit verbundenen Forderungen sich ebenso heterogen zeigten, wie das Teilnehmer_innenfeld; geäußerte Forderungen bezogen sich jedoch vor allem auf Lohnarbeitsverhältnisse und engten die Gesamtperspektive somit stark ein3: Alltägliche (Reproduktions-)Arbeiten wie Kochen, Kindererziehung, Putzen, Sex wurden weniger thematisiert. Stattdessen rückte insbesondere (entlohnte) Pflegearbeit in den Fokus.

Die Diversität von Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen stellte dennoch auch eine Bereicherung dar, wir haben verschiedene Positionen kennengelernt und neue Kontakte geknüpft - gleichzeitig lassen sich die sozialen Differenzen zwischen den Beteiligten nicht einfach ‚wegbügeln‘, die Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnisse, die alle unterschiedlich betreffen, wurden während der Konferenz und in der Resolution jedoch kaum explizit benannt. Dabei sind beispielsweise Rassismus, Sexismus und Ableism4 nicht gleichzusetzen, sondern unterliegen unterschiedlichen Mechanismen, die auch in politischen Handlungsstrategien und Forderungen reflektiert werden müssen. Aus unserer Perspektive ist es ebenso unerlässlich, (eigene) Privilegien zu thematisieren, damit diese nicht (unkritisch) reproduziert werden. Dazu gehört unserer Ansicht nach auch, dass wir danach fragen müssen, wer auch innerhalb des Kontextes einer Care-Revolution überhaupt gehört wird, was auf das nicht aufzulösende Dilemma zwischen subalternen Positionen und paternalistischer Repräsentation verweist.


Sorry, das ist keine Liebe, sondern Arbeit...!“

Zurück zu den Begriffen. Mit der Bezeichnung bestimmter Tätigkeiten als Reproduktionsarbeit respektive als Care-Arbeit verschiebt sich also die Perspektive der Kritik, ebenso wie die Be-/Aufwertung dieser Tätigkeiten. Tätigkeiten, die als Reproduktionsarbeiten bezeichnet werden, würden nicht mit Vergnügen verrichtet und als lästig betrachtet, während Tätigkeiten, die als Care-Arbeit verstanden werden, im Kontext der Konferenz als positiv affirmiert wurden (Stichwort: „I love care“5). Darin drückt sich das grundsätzliche Problem mit der Setzung des 'Care'-Begriffs aus: Mit dem Begriff Care wird die These aufgestellt, dass die Tätigkeiten, die unter Care gefasst werden, grundsätzlich qualitativ anders wären als alle Nicht-Care-Tätigkeiten.6 Damit wird eine Differenz eingeführt, die keine wechselseitige Vermittlung zwischen Care und Nicht-Care denken lässt. Bei der Verwendung des Begriffs Reproduktion ist hingegen deutlich, dass dieser verwiesen bleibt auf die Produktion. Reproduktion ist selbst Produktion – Produziertes und Produzierendes. Dies erlaubt den historisch gewordenen (produzierten) Charakter von den Verhältnissen, in denen Reproduktionsarbeit geleistet wird, zu verstehen, der unter anderem abhängig von den technologischen Möglichkeiten der jeweiligen Gesellschaft ist. Dies ermöglicht die Kompetenzen, die für Reproduktionsarbeit notwendig sind, als jeweils historisch spezifische zu fassen und gerade nicht als natürliche und ahistorische. Dies ist mit Care gerade nicht möglich. So wird Care als anthropologische Konstante bestimmt, die selbst nicht mehr als produzierte begriffen werden kann. Deswegen muss in Bezug auf Care jeglicher maschineller oder warenförmiger Eingriff als Störung der Natur eingeholt werden, der die 'gute' Care-Arbeit korrumpiert. In Worten der Resolution heißt das: Der Markt verdrängt das Soziale.

Trotz der Kommodifizierung von Reproduktionsarbeit geht es nach wie vor um zwischenmenschliche Beziehungen. Es kann jedoch nicht sein, dass sich in seinen politischen Forderungen darauf zurückgezogen werden muss, dass man die Sorge-und Pflegearbeit gerne macht, um bessere Arbeitsbedingungen einfordern zu können.

Die Affirmation von Care-Arbeit klingt an, wenn die Forderungen lauten: wir brauchen (nur) mehr Zeit, größere Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung. Bei diesen Forderungen stehen zu bleiben, verkennt allerdings, dass damit die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung nicht automatisch aufgehoben oder der Verantwortungslast familialer Strukturen enthoben ist. Es schien uns auf der Konferenz kaum möglich, die Position einzunehmen, „I do care, but I don’t love it“, weil Care dort hegemonial so positiv aufgeladen wurde. Uns erschließt sich jedoch nicht, warum Care-Arbeit auch noch affirmiert werden soll, wenn wir gar nicht die Entscheidung haben, ob wir Care-Arbeit machen wollen oder nicht. An einigen Stellen in der Resolution scheinen uns die Forderungen und Kritikpunkte in eine Richtung zu gehen, die nicht nur von einem Modell der bürgerlichen Kleinfamilie ausgehen, sondern dieses auch reproduzieren und normativ aufladen. Unseres Erachtens nach müssten jedoch Forderungen in den Bereichen der Tätigkeiten, die sowohl unter Reproduktionsarbeit als auch unter Care-Arbeit begriffen werden können, stärker in Richtung einer Kollektivierung im Sinne von 'communities of care' gehen mit dem Ziel, heteronormative und kleinbürgerliche Familienstrukturen aufzubrechen.

Eine solche queer-feministische Perspektive war und ist sowohl im Rahmen der Konferenz als auch in der Resolution nur unzureichend repräsentiert worden. Unseres Erachtens nach ist jedoch genau diese Perspektive auf 'Care' notwendig. Denn sie fragt unter anderem, wie vergeschlechtlichte (und rassialisierte) Subjekte in den jeweiligen Arbeitsverhältnissen erst performativ produziert werden. Erst dadurch eröffnet sich die Möglichkeit die binäre Logik von Zweigeschlechtlichkeit zu überwinden und so nicht naturalisierende und essentialisierende Aussagen darüber „was eine Frau* oder ein Mann* 'ist'“ treffen zu müssen. Damit wird zum Beispiel auf eine andere Art verständlich was es bedeutet, wenn aus einer neoliberalen Strategie heraus nun der Anteil von Frauen* in Arbeitsgruppen erhöht wird, weil diese durch ihre 'soziale Art' für ein besseres Klima im Team sorgen würden.

 

Ein weiteres wichtiges Spannungsverhältnis, das im Rahmen der Aktionskonferenz nicht näher thematisiert wurde, stellt auch die Positionierung zum ‚Staat‘ dar: während einige Gruppen die Auflösung staatlicher Strukturen favorisieren, erfolgt von anderen eine Anrufung des Sozialstaates. Wieder andere scheinen diese strukturierende Dimension in ihren Analysen und Forderungen ganz auszublenden. Gleichzeitig blieb die Kennzeichnung der eigenen Position und Sichtweise im globalen Kontext häufig unterbelichtet: von welcher Krise sprechen wir, für wen?


Nach der Konferenz ist vor der Konferenz oder: wie weiter?

Für uns haben sich in der Nachbereitung einige Fragen gestellt, die wir hiermit zur weiteren Diskussion stellen wollen:


  • Zurück zu Reproduktionsarbeit oder 'handle with care'? Wie gehen wir mit dem Begriff Care weiter um? Wir sehen die Gefahr, dass die Vergeschlechtlichung von Care-Arbeit quasi 'weggebügelt' wird und weiter unsichtbar bleibt. Gleichzeitig wollen wir in der Debatte mitmischen und fühlen uns der Care-Bewegung assoziiert.

  • Soll Politik in der ersten Person oder / und die Unterstützung lokaler Kämpfe unser Ziel sein? Was bedeutet Politik in der ersten Person eigentlich für uns? Anstatt paternalistischer Fürsprache(-Politik) wollen wir davon ausgehen, wie unsere alltäglichen Probleme und Erfahrungen mit Care- und Reproduktionsarbeiten aussehen – uns also aus den Verhältnissen nicht ausklammern, sondern in diesen mitdenken. Denn wir alle haben verschiedene Care-Verpflichtungen.


Ein erster Schritt war für uns die Gründung eines Frankfurter AK Care, in dem Menschen aus verschiedenen Spektren - antifaschistisch, antikapitalistisch, antirassistisch und (queer)-feministisch – und mit verschiedenen Care-Praxen und -Verpflichtungen zusammen kommen und sich miteinander austauschen/neue Möglichkeiten der Vernetzung ausloten.

Falls du Lust bekommen hast, dich einzubringen und mit uns gemeinsam zu überlegen, wie eine politische Praxis zu diesem Thema (auch in Frankfurt am Main) aussehen kann, schreib uns an (carefrankfurt@lists.riseup.net) und komm zu einem unserer Treffen.

 

 

* Die Sternchen im Text kennzeichnen, dass es sich um Identitäten handelt, die unklare Ränder haben, nicht „natürlich“ und nicht mit sich selbst identisch sind (in Anlehnung an Bini Adamczak und Margarita Tsomou).

 

1 Wir setzen uns sowohl aus akademischer wie auch aktivistischer Sicht mit der Care-Debatte auseinander - über alle anderen




(Selbst-)Positionierungen müssen  wir noch diskutieren.  Unsere Erwartungen und Eindrücke schildern wir hier aus einer Position heraus,




in der wir uns fragen, wie Reproduktions- und Care-Arbeiten gesellschaftlich und in unserem eigenen Umfeld und unseren




Lebensverhältnissen anders organisiert werden können.



2Kritipunkte waren unter anderem der Nicht-Einbezug der Forderung nach einem allgemeinen Grundeinkommen und die marginale Thematisierung der Arbeitsteilung als nach wie vor vergeschlechtlichter.

3Neben den insgesamt recht unscharfen Konturen des Care-Begriffs blieb im Rahmen der Konferenz ebenso offen, wie genau die Krise, in der sich soziale Reproduktion befindet, definiert wird, als auch, was in diesem Zusammenhang als 'Revolution' gedacht werden kann.

4Ableism bezeichnet die einseitige Fokussierung auf körperliche und geistige Fähigkeiten einer Person und ihre essentialisierende Be- und Verurteilung, je nach Ausprägung ihrer Fähigkeiten, welche auf eine vorausgesetzte Norm(das was als Fähigkeiten eines 'normalen' Menschen bestimmt werden) hin beurteilt werden ( nach Rebecca Maskos: Was heißt Ableism, Arranca Nr. 43).

5Im für die Konferenz von Bernadette LaHengst umgeschriebenen Song heißt es : „I do care – I love it“, anstatt wie im Original von Icona Pop „I don't care – I love it“.

6Diese Analyse ist innerhalb des AK umstritten und bleibt Gegenstand von Diskussionen.